Inspiriert…

Mein 100. Text erschien nicht zum Silvester, dafür erscheint er nun zum Dreikönigstag. Das passt ja auch ganz gut, und darum habe ich als Beitragsbild noch einmal einen Weihnachtsbaum gewählt. Der stand in “unserem” Hotel in Neu-Ulm, von dem aus wir einen schönen Blick auf die Donau sowie auf die Häuserfassaden der Altstadt von Ulm hatten.

Taieb und Maurits warfen Stöcke in den Fluss und holten sie mit Steinen wieder hinaus. Schwierig vorstellbar, aber so war es. Taieb schrieb das auch auf zwei Postkarten, wobei er selber feststellte, dass er zu Hause dann erklären müsse, wie das abgelaufen sei. Das war am Neujahrstag, und Ulm, auch als Hauptstadt des Nebelreichs bekannt, wollte sich offenbar keine Blösse geben und erstrahlte in goldenem Sonnenschein unter blauem Himmel. Das war so schön, dass wir trotz der Kälte ziemlich lange draussen blieben. Wenn ich eine Stadt im Sonennschein gesehen und erlebt habe, hinterlässt sie bei mir einen helleren, freundlicheren, gastlicheren Eindruck, und ich kehre lieber wieder dorthin zurück.

Heute Morgen hörten wir wieder dieses Rennen, und ein paar Sekunden später klingelte Yannik. Die Haustüre war noch abgeschlossen; deshalb konnte er nicht wie gewohnt einfach hineinkommen. Taieb öffnete ihm, zog sich an und war weg. Sie gingen schlitteln – auch hier noch ein Dank an Rahel! Ich schlief wieder ein, bis es erneut klingelte. Es war 11.24 Uhr, eine Zeit, um die ich normalerweise seit fünf Stunden wach bin. Aber “normal” ist seit anfangs September, also seit Beenden der letzten Kortisontherapie, diesbezüglich nichts mehr.

Es war also 11.24 Uhr, und Pia wollte Naila ein grösseres und ein kleines Geschenk sowie uns allen einen Dreikönigskuchen bringen. Sie fragte, ob Naila hier sei, was ich verneinte, und sah mir wohl an, dass ich nicht in Form war. Wir werden ein anderes Mal zusammen Kaffee oder Tee trinken. Über den Königskuchen freute ich mich, da er für die Kinder ein besonderes Ereignis darstellt; Naila wird sich über die Geschenke freuen. Sie weilt diese Woche bei meiner Mutter, wo sie eine sehr gute Freundin und weitere Spielkameradinnen hat, da ich zur Zeit wirklich nicht mit beiden Kindern den Tag verbringen kann. Auf diese Weise ist allen gedient.

Was ich zur Zeit erlebe, ist eine gewisse Herausforderung. Der Treppensturz war mein persönlicher GaU – nach allem, was letztes Jahr gewesen war. Dass er auch gleich die Krankheit, die – einzigartig – Wölfe und Schmetterlinge miteinander verbindet, wieder zum Ausbruch bringen könnte, hatten wir befürchtet, aber natürlich noch viel mehr gehofft, dass er nicht dazu führen würde.

Nun hat er doch dazu geführt, und der Fall ist klar. Die Blutungen (zwölf Tage nach der letzten Menstruation…) fingen schon an, bevor ich nach Ulm fuhr, und dort ging es mit dem nächsten Stadium weiter: Colitis. Nach der Colitis können weitere -itiden folgen (ich hoffe, der Plural ist korrekt): Gastritis. Hepatitis. Nephritis. Pankreatitis. Cholangitis. Arthritis. Konjunktivitis. Episkleritis. Uveitis. Möglich sind auch Pneumonitis oder Pleuritis.

Letztere habe ich seit drei Wochen, aber sie sind eine Folge der Verletzungen. Wiederum davon eine Folge ist ein bemerkenswert hartnäckiger Husten; ein Reizhusten, der alles andere als zu erholsamem Schlaf beiträgt. Dafür scheint die rechte Hand sich auch bald erholt zu haben, sodass ich ab Montag sicher wieder (beidhändig) Klavier spielen kann. Auch der rechte Arm und die Schultern schmerzen weniger. Sorgen machen mir eher die Rückenschmerzen und diejenigen im Bereich des Brustbeins.

Heute habe ich versucht, die Schmerzmittel abzusetzen, aber leider geht es noch nicht, weil ich dann nicht liegen kann. Auch aus dem Grund hatte der Arzt, der an Weihnachten zu uns nach Hause kam, gemeint, ich solle Schmerzmittel nehmen. Also bleibe ich noch dabei und versuche es nächste Woche wieder. Den Überblick habe ich so oder so verloren; zu viele Schlachtfelder auf einmal, die sich zum Teil überlappen und überschneiden sowie gegenseitig beeinflussen. Negativ beeinflussen.

Ich werde schon damit umgehen können – und die guten Stunden nutzen: Vorgestern Abend kochte ich eine Gemüsesuppe mit immerhin fünf verschiedenen Gemüsesorten sowie Halloumi, zypriotischem, halbfestem Käse aus Schafmilch, Ziegenmilch und Kuhmilch. Inspiriert von Wolfgang, der dies am Samstagnachmittag für die Jungs zubereitet hatte und nicht ahnen konnte, dass er damit voll ins Schwarze getroffen hatte – Halloumi ist eine von Taiebs Leibspeisen.

Inspiriert haben mich auch die gefüllten Teigwarenmuscheln, die Anna am Freitagmittag zubereitet hatte und die köstlich schmeckten. Ich habe sämtliche Zutaten dafür bereits gekauft; mir fehlen nur noch diese wirklich grossen Teigwarenmuscheln. Vielleicht führt die Schweiz diese ja nicht; zum Glück wohnen wir so nahe bei der Grenze.

Ich weiss auch gar nicht, was ich am Montag auf dem Klavier spielen soll. “Stille Nacht”…?! 😉

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