Traffic und weitere Phänomene

Klar, kaum schreibt man was von einer Operation (bzw. zwei Operationen) oder von Strafanzeigen und Waffen (die man bei uns zu Hause vergebens sucht, sogar unter dem Kopfkissen…!), trifft umgehend die Meldung ein, der Blog erhalte eine Menge Traffic und die Statistik sei im Aufschwung. Klar…

So lustig es zu beobachten ist, so egal ist es mir. Vielmehr freue ich mich über die Rückmeldungen von den Menschen, über die ich einen kürzeren Zeitungsbeitrag geschrieben habe oder die ich erst gerade interviewt und die nach meiner Zusammenfassung für den Fotografen schon gemerkt haben: Die hat uns zugehört, die hat uns verstanden, und die hat das Wichtigste auf den Punkt gebracht.

Heute Nachmittag hat mir das der interviewte Autor gleich mündlich gesagt; ich sah seine Freude darüber, was mich wiederum freute. Vor zwei Tagen schrieb mir das ein von mir interviewter Geschäftsinhaber, was mich ebenfalls freute. Nicht, dass ich auf Bestätigungen in Bezug auf meine Sprachkompetenz und mein Schreibenkönnen angewiesen wäre; nein, das bin ich nicht, das wäre gelogen. Seit ich acht Jahre alt bin, ziehen sie sich durch mein Leben. Aber ermutigend und bestärkend sind sie trotzdem jedes Mal. Überdies bin ich glücklich, wenn die Menschen merken, dass ich sie und ihr Werk im Wesentlichen verstanden habe und das Verstandene sprachlich formulieren kann.

Neiderinnen gibt es bestimmt auch, die gibt es immer. Das sind dann diejenigen, die so tun, als ob sie nie etwas gesehen und nie etwas gelesen hätten. Auch ganz amüsant. Vor allem ein Facebook-Phänomen, vermute ich. (Ich “like”, wenn du bei mir auch “likest” (willkommen im Kindergarten!), und ich “like” nur, wenn du schön brav die “wir sind ja alle so lieb, nett und glücklich und unsere Idole sind unantastbar”-Regeln befolgst (bäh, wie langweilig (Fassaden bröckeln übrigens…))). Facebook war sowieso nur der Ausgangspunkt, wo ich den Blog unkompliziert teilen konnte und kann, zumal ich auf keinen weiteren sozialen Medien ein Account habe noch eines möchte. Die professionelle Verbreitung meines Blogs muss und werde ich demnächst anders angehen.

In der grossen Mehrheit sind sowieso diejenigen, die mein Schreibtalent benennen können und es mir von Herzen gönnen. Es ist für mich ja fast zum Rettungsanker geworden; ich wüsste nicht, was ich täte, wenn ich über die Erlebnisse und Erfahrungen der vergangenen Wochen, Monate und Jahre nicht berichten könnte. Ich wüsste es nicht… Ich weiss nur: Ich würde – trotzdem – niemanden erschiessen.

Und ich weiss noch etwas: Ich bleibe bei Facebook, weil ich “alte” Freunde und Freundinnen wiedergefunden habe, zahlreiche Kontakte aus dem Ausland so am besten pflegen kann und weil ich ein paar sehr wertvolle, neue Kontakte knüpfen konnte, ohne die ich mir mein (reales!) Leben nicht mehr vorstellen könnte. Auf die so über pN abgemachten Spitalbesuche freue ich mich jetzt schon.

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