Kein Weihnachtstext

Den Blog werde ich nach den Festtagen wieder bewirtschaften. Der Vlog folgt im nächsten Jahr – es gibt noch ein paar technische Entscheidungen zu treffen und Hürden zu überwinden. In der Zwischenzeit wünsche ich allen Lesenden, die auch im Jahr 2017 auf welche Art auch immer echtes Interesse bekundet haben, frohe und erholsame Festtage. Wer möchte, kann auf Instagram unter sabina_patrizia ganz kleine Einblicke in mein Leben erhalten. Die ich gebe, weil es eben vielen Menschen ähnlich geht: Man sieht und merkt von aussen nichts. Das Ziel, dies aufzuzeigen, werde ich weiterhin so konsequent wie möglich verfolgen – nebst meinen anderen Zielen.

Ich werde versuchen, kreativ und unkonventionell vorzugehen. Darstellungen von „wir führen die perfekte Ehe“ und „wir sind die immer glückliche Familie“ gibts ja mehr als genug – sie langweilen mich. Und: Sie sind vor allem nicht ehrlich, sodass ich mich schon frage, aus welchem Antrieb oder Bedürfnis heraus so viele solcher Bilder gepostet werden. Aber keine Angst: Ich werde keine so richtig schrecklichen Bilder zeigen; das ginge mir auch zu weit. Hab da auf Instagram Leute entdeckt, die vor gar nichts zurückschrecken… Ist für mich in Ordnung, aber nicht mein eigener Weg. Ich werde immer wieder Realitäten aus meinem Leben mit chronischen Krankheiten zeigen, dabei aber gewisse Grenzen einhalten; nicht, weil ich mich dazu verpflichtet fühle, sondern weil es für mich „nur“ so stimmt.

Ich werde auch – nicht auf Instagram, aber im Blog – über ein Arbeitszeugnis berichten, das mir seit Ende März 2017 zustände, für das wir aber immer noch „kämpfen“ müssen. Wobei es eigentlich gar nichts zu kämpfen geben müsste, da es dafür klare Richtlinien gibt, die leider allesamt nicht eingehalten wurden. Und nein…, ich zähle hier nicht auf, wie viele Menschen mir schon gesagt haben, dass sie ein solches Macht- und Rachespiel – Rache für den laaangen bezahlten Urlaub (!); oh, was hätte ich darum gegeben, nie so krank zu sein wie damals (!!!) – überhaupt nicht verständen und dass es absolut nicht nachvollziehbar sei, warum einer Person, die durch Krankheiten sowieso schon in einer schwierigen Situation ist, die Situation noch schwieriger gemacht werden muss.

Na ja, ich hab beruflich einiges am Laufen. Eine attraktive Stelle kann ich durch das fehlende Arbeitszeugnis zwar ziemlich sicher abschreiben; für verschiedene Gespräche und Kontakte brauche ich es wohl demnächst. Eigentlich ja alles halb so wild; ich hab nämlich ein paar hervorragende Zeugnisse und Referenzen…, NUR: Mit diesem Verhalten häufen sich einfach die ohnehin schon zahlreichen und zum Teil gravierenden Punkte, die ich einklagen könnte. Und werde – wenn bis zur Frist, die ich mir persönlich gesetzt habe, unseren Forderungen nicht – endlich, endlich – nachgegangen wird.

Kein Weihnachtsthema, ich weiss schon… 😉 Ich weiss auch, dass Lesende denken (können), ich sollte vergessen, was passiert ist, und nach vorne schauen.

Dazu kann ich Folgendes erwidern: Ich schaue immer nach vorne; ich habe – wie auf der Weihnachtskarte von Sandra (siehe Instagram-Beitrag von gestern) zu lesen ist – vieles in Bewegung gesetzt. Fast zu viel; ich kann oft nicht schlafen, weil die vielen Ideen und Projekte mich wach halten. Das ist verheerend; darum geht es mir nämlich zur Zeit nicht besonders gut – gesundheitlich, meine ich. Sonst schon… 🙂

… und hinzuschauen, aufzudecken, die Dinge beim Namen zu nennen und für Gerechtigkeit zu kämpfen, hat nichts damit zu tun, ob eine Person vergessen kann oder nicht.

Vergessen werde ich nicht – mein Gehirn ist nicht dafür gemacht, sorry…; und auch dafür kann ich nichts, darum nehme ich das „sorry“ gleich wieder zurück -, aber glücklich bin ich trotzdem ganz oft. Darin liegt für mich das Geheimnis, darin liegt für mich der Schlüssel zu einem wahrhaftigen und ehrlichen Umgang mit Widrigkeiten und Gemeinheiten.

Jetzt habe ich auch gerade Lust, den ehemaligen Arbeitskollegen, der mich auf Facebook als „Freundin“ gelöscht hat, zu grüssen. So im intellektuellen und differenzierten Sinne… (Nur so, sorry. Keine Anspielung. Keine Ironie. An Weihnachten doch nicht…)

Warum ich das erwähne? Weil ich Lust darauf habe. Weil mich diese Krankheiten SO VIEL über die Menschen gelehrt haben; mehr, als mir lieb ist. Auch im Guten – zum Glück.

Kein Weihnachtstext, ich weiss. Aber keine Angst: Mir geht es gut. Gesundheitlich zwar nicht besonders – dazu ein anderes Mal -, aber sonst geht es mir gut und ich freue mich auf Heiligabend, die Weihnachtstage, das Beschenken, das Singen, das Klavier- und Querflötespielen, das Kochen, die Ferien mit den Kindern, die Einladungen, die Besuche bei Freunden, das Ausgehen und den Austausch mit ihnen. Ich habe mich gefreut, am vergangenen Dienstagabend – nach einer Infusion, die es in sich hat(te) – Dirk wieder getroffen zu haben. Ich bin dankbar, dass ich Felí bald wieder sehe. Und ich versuche gerade, meinem Mann zu erklären, wie „pois chiches“ auf Deutsch heissen…

Joyeux Noël!

 

 

 

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