Danse orientale

Die Stimme kam am Dienstag pünktlich zum Gespräch mit zwei Abteilungsleitern einer Schule zurück. Jetzt sollte ich mich etwas erholen, aber das ist eher schwierig: Am Montag muss ich für weitere Blutkontrollen und prä-operative Untersuche für ungefähr zwei Stunden in die Arztpraxis; am Dienstag unterrichte ich zwei Lektionen Englisch und drei Lektionen „Abu“ (Allgemeinbildender Unterricht) – bilingual (!) -, später habe ich eine Gesangsstunde; am Mittwoch probe ich in Elios Musikstudio in Zürich für die Aufnahme von „Lonely Sky“, am Donnerstag habe ich einen Arzttermin in Bülach und einen in Zürich und treffe mich am Abend mit den anderen Vorstandsmitgliedern der Grünen Partei unseres Bezirks.

Gerne hätte ich an einer Podiumsdiskussion zwischen der GP und der SVP zur „No Billag“-Initiative teilgenommen, aber das Vorstandstreffen geht vor: Wir haben einiges zu besprechen, und mir ist vor allem wichtig, dass wir uns dann an die Umsetzung wagen. Ich möchte zum Beispiel einen Blog für die Partei führen sowie weitere soziale Medien nutzen. Ich möchte mich vor allem bei sozialen Themen einsetzen; andere sind bei Umweltthemen, die mich ebenfalls interessieren, engagiert und planen Aktionen, um zum Beispiel die Photovoltaik und Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden sowie privaten Häusern bekannter und beliebter zu machen.

Und dann stehen am 4. März wichtige Abstimmungen an. Ich habs ja schon einmal angetönt: Mein Kalkül mit der Operation, das perfekt aufgegangen war – ich hatte mein Top-Wunschdatum bekommen -, hat im Zusammenhang mit meinem politischen Engagement einen Kratzer eingefangen. Aber na ja…, wird schon gehen. An dieser Stelle kann ich es mir nicht verkneifen, denjenigen, die mir im Jahr 2016 und insbesondere im Jahr 2017 Kalkül, Egoismus und Härte gezeigt haben, zu danken: „Ich musste 43 bzw. 44 werden, um es VON EUCH zu lernen. Wisst ihr, wer ihr seid? Eines schönen Tages nenne ich – öffentlich – eure Namen… (Im (erweiterten) privaten Umfeld ist dies längst geschehen und hat, WEIL ICH NÄMLICH WIRKLICH KRANK WAR, geharnischte Reaktionen ausgelöst.“

“Ach ja, und wenn ich dann Namen nenne – vielleicht auch so ein bisschen verschlüsselt und versteckt…; ich liebe es, mit Sprache zu spielen -, muss niemand eine Strafanzeige machen. Das lohnt sich nicht; ist nur peinlich. Staatsanwälte befassen sich mit Betrügern und Verbrechern; nicht mit Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben und dann so richtig verarscht werden, weil sie – dumm gelaufen (!) – mit einer genetischen Veranlagung für Autoimmunerkrankungen geboren wurden und – nochmals dumm gelaufen – schwanger wurden und – ein drittes Mal dumm gelaufen – die hormonellen Veränderungen in der Schwangerschaft gleich drei Autoimmunerkrankungen – dreifach dumm gelaufen – auslösten, die – mehrfach dumm gelaufen – etliche Nebendiagnosen, sprich Beschwerden und Beeinträchtigungen mit sich bringen. Darum: Strafanzeigen bleiben lassen, wenn es dann so weit ist. Ein wirklich gut gemeinter Tip von mir an diejenigen, die er betrifft. (Viele sind es ja – zum Glück – nicht.)“

Und weil es gerade passt: Ich freue mich, am Dienstagmorgen fünf Lektionen zu unterrichten; ich freue mich darauf, zehn Tage später wieder fünf Lektionen zu unterrichten. Ich freue mich darüber, an der betreffenden Schule – von der ich öffentlich vorerst nicht viel mehr bekannt gebe – einsteigen zu können, sobald Lektionen frei werden. Das kann zwar noch ein bisschen dauern und bedeutet zwei oder drei Semester Teilzeit-Studium („Abu“ bilingual), aber Neues zu lernen, hat mir sowieso gefehlt, und der Einstieg ist mit Stellvertretungen bereits gelungen.

Zudem verlief das Gespräch am vergangenen Dienstagnachmittag sehr gut. Lehrpersonen, die nur im besten Profil unterrichten, weil sie mit elitärem Gehabe ihren intellektuellen Gähnfaktor und ihr menschliches Unvermögen zu überdecken versuchen – es gibt solche, ich weiss es bestens…; aber es sind natürlich nicht alle so -, würden an dieser Schule gar nicht angestellt, was die einzig korrekte und faire Haltung ist an einer Schule, die verschiedene Profile anbietet. Die Schulleitung dieser Schule legt auch nicht viel Wert auf ein Arbeitszeugnis und würde eventuelle „negative“ Äusserungen nicht stark gewichten. Das zeigt Lebenserfahrung, Sinn für die Realität, Unabhängigkeit und Fairness.

Trotzdem: Ich möchte und muss es der Vollständigkeit halber haben. Mal sehen, ob die „Deadline“ eingehalten wird oder ob wir vor Arbeitsgericht gehen müssen… Mal sehen, ob es mir noch eine Stelle versaut (eine hat es mir schon…) und ob wir dann – zusätzlich – eine Schadenersatzklage einreichen… Dies hat mir jedenfalls eine Juristin empfohlen. Die gleiche, die mir sagte: „Reden Sie darüber, schreiben Sie darüber, schimpfen Sie darüber.“ Dies insbesondere, weil ich zum Beispiel juristisch nicht viel ausrichten kann, dass die Ungerechtigkeiten (nein, nicht meine Sicht, sondern die Sicht von allen, die den Durchblick haben und ehrlich sind) und Schikanen seit Herbst 2015, vor allem aber seit Frühjahr 2017 meinen Wunsch, mich voll und ganz auf meine neuen Projekte konzentrieren und meine zahlreichen Ideen möglichst schnell umsetzen zu können, behindern, Zeit und Energie in Anspruch nehmen – ich höre aber immer Musik, wenn ich mich damit befassen muss…; das hilft (!) – und für meine „Gesundheit“ alles andere als förderlich sind.

Es gibt Leute, die mitverantwortlich und mitschuldig sind, dass die Diskussion um einen Klinikaufenthalt wieder aktuell geworden ist. So aktuell wie damals, wie vor zwei Jahren, als ich ihn nicht antrat, weil ich nicht so lange von den Kindern weg sein konnte. Danach rückte das Thema in den Hintergrund; jetzt ist es wieder da. Und es ist nicht etwa von mir aufgebracht worden…, käme mir nicht im Traum in den Sinn. Es ist aus der Ärzteschaft gekommen, und danach habe ich mit Sandra, als wir zusammen mittagessen gingen, darüber gesprochen. Und ja klar, ich sehe es auch so, sehe es wie Sandra, wie der Arzt und die Ärztin: Bevor ich beruflich wieder richtig einsteige, wäre das eine ideale Basis:

Es geht dabei vor allem um internistische Rehabilitation sowie darum, wieder schlafen zu können. Weil die Kortisonbehandlungen offenbar nicht nur den Schlaf-/Wachrhythmus durcheinanderbrachten (was sich nach der Grippe vor einem Jahr zwar besserte, aber nie wieder richtig einspielte…), sondern auch Auswirkungen auf die Schilddrüse hatten, sodass ich eben wirklich nicht mehr richtig schlafen kann. (Und der Unterschied zu Schlafmangel aus Gründen wie „zu viel Arbeit“ oder „kleine Kinder“ ist grösser denn je; so gross, dass ich mich auch als sprachlich nicht ganz Unbegabte nicht daran wage, ihn überhaupt zu beschreiben; so gross, dass ich schreien könnte, wenn ich wieder mal so einen „Klageartikel“ in einem Mütterblog lese…; ist nicht „böse“ gemeint, aber es gibt bezüglich Schlafmangel eben noch ganz, ganz andere Dimensionen…!)

Zurück zu den Auswirkungen auf die Schilddrüse: Dies wird – nebst den langsam nervös machenden Fragen, was es mit den festgestellten Blutveränderungen auf sich hat… – in den kommenden Tagen abgeklärt werden. Dass ich nicht einmal mehr dann, wenn ich – im wahrsten Sinne des Wortes – todmüde bin, einschlafen kann, hat organische Ursachen (siehe oben). Dazu kommt aber die Tatsache, dass ich nicht einschlafen kann, weil ich ständig über etwas nachdenke – das ist meine Art -, oft fast zu viel Energie für Ideen habe und dann zwangsläufig auch an die Verhaltensweisen gewisser Leute, die mir da momentan noch Hindernisse in den Weg legen, denke. Das sind – noch einmal zum Glück – ganz wenige Leute, aber sie spielen Machtspiele, die sie entlarven; Machtspiele, die ein Armutszeugnis sind (wenn wirs schon vom Zeugnis haben); Machtspiele, die meine echten Freunde und Freundinnen, meine Ärzte und Ärztinnen und ich nicht verstehen und die mich zusätzlich um den Schlaf bringen.

Wie auch immer: Mit dem Gedanken, dass ich nicht noch einmal um einen Klinikaufenthalt herumkomme, dass er mir guttun wird und für meine berufliche, politische und private Zukunft – die Dreiteilung ist „blöd“, ich bin einfach ich… 🙂 – eine ideale Basis darstellt, habe ich mich bereits angefreundet. Wir müssen „nur“ noch planen und kalkulieren (!), wie es für mich möglichst „perfekt“ aufgeht…

Hab ja zuerst mal die Operation des rechten Fussgelenks vor mir und werde danach mehrere Wochen bis Monate nicht „richtig“ mobil sein. Aber das macht nichts: Hab einiges geplant, was ich in der Zeit angehen möchte, allem voran die technologischen Hürden, die ich bei einigen meiner Projekte noch habe, zu überwinden. Und da ich ja eigentlich voll motiviert bin, habe ich beschlossen, dass ich auch mit Krücken an politischen Versammlungen oder Aktionen teilnehmen kann, dass ich auch mit Krücken unterrichten kann, dass ich auch mit Krücken ausgehen kann.

Nur tanzen kann ich dann nicht. Dafür mache ich das heute Abend.

(Obschon ich bis 12 Uhr gar nicht aufstehen konnte, weil ich extreme Kopfschmerzen hatte. Aber habs – wieder einmal (!) – ohne Schmerzmittel geschafft… Jetzt sind sie zwar nicht weg, aber immerhin schwächer geworden.)

Wir gehen nämlich ins „Fata Morgana“. Der Chef hat meinem Mann mitgeteilt, sie hätten eine Geburtstagsgesellschaft. Er solle dies seiner Frau sagen, die tanze ja so gerne… 🙂

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