Und plötzlich helfen alle…

 

(Nach-)Spitalflash 7: Und noch einmal wurde eine Nacht zur Zitterpartie; dieses Mal nicht wegen eines Opioids (siehe „Spitalflash 5“ und „Spitalflash 6“), sondern wegen einer Blutung aus der Wunde am Fuss. Plötzlich drückte das Rot durch das Weiss des Verbands. Das bin ich mir zwar gewohnt, aber hier handelt es sich um die Operationswunde, was eben doch wieder anders ist.

Jetzt bin erleichtert, dass ich trotzdem nach Hause fahren durfte, nachdem ich versprochen hatte, ein paar besondere Vorsichtsmassnahmen zu befolgen: also noch mehr Hochlagern und Liegen als sowieso üblich nach einer OP am Fuss, noch weniger das betreffende Gelenk belasten, sprich nur zu Hause (wo ich die Hände am meisten brauche) ohne Krücken gehen, sie sonst jedoch immer benutzen, auch für die paar Schritte zu den Briefkästen, die für unser ganzes Quartier an der Strasse „vorne“ stehen, bei weiteren Blutungen sofort einen Arzt oder eine Ärztin konsultieren usw.

Das bedeutet wohl auch, dass ich nicht „nur“ für sechs Wochen, sondern für acht bis zehn Wochen nicht Auto fahren darf und etwa so lange auch nicht ohne Krücken gehen darf/kann… und sie für ausgedehnt(er)e Strecken wohl noch länger brauchen werde… Na ja; schlimm ist das nicht wirklich; Hauptsache, ich habe die Einhaltung dieser Vorsichtsmassnahmen versprochen und konnte nach Hause fahren.

Die Schokolade hätte zwar noch gereicht; da es in der Klinik nach dem Mittag- sowie nach dem Abendessen Nachtisch gab und da es mir nicht durchgehend gut ging, habe ich von den 24 Carrés weder acht noch sechs pro Tag gegessen.

Jetzt bin ich also wieder zu Hause – im Bett, weil das Sitzen im Auto zu Schmerzen geführt hat und Stehen zu noch mehr Schmerzen führen würde. Auch habe ich mich von der Pethidin-Spritze noch nicht vollständig erholt und muss zuerst einmal richtig ausschlafen können, um mich wenigstens diesbezüglich wieder gesund zu fühlen.

Fast hätte ich in jener Nacht, ein paar Stunden nachdem die anderen Infusionen gezogen worden waren, gleich wieder eine Infusion bekommen. Das war die Idee des eigens für mich herbeigerufenen Arztes gewesen. Fast… Und fast hätte ich nicht nur eine, sondern zwei zusätzliche Nächte bleiben müssen.

Gestern Nachmittag im Bistro (siehe „Spitalflash 6“) kam mir – fast gezwungenermassen – noch ein Gedanke: Ich „muss“ die Zeit, in der jeder Schwachkopf sieht, dass ich etwas habe, geniessen. Plötzlich helfen alle, zeigen Verständnis und Mitgefühl, bieten mir an, etwas zu tragen, zu holen oder zu bringen, eine Türe zu öffnen, ein Fenster zu schliessen. Plötzlich ist eine Krankheit sichtbar. Plötzlich werden Erklärungen überflüssig.

Nachvollziehbar… – und gleichzeitig absurd. Wie oft ging es mir körperlich schlechter als jetzt… – man sah einfach nichts davon. Wie oft schon… Darum schätze ich zwar die Hilfsbereitschaft in meiner jetzigen Situation auf jeden Fall, schicke aber einen umso tieferen Dank an all jene, die auch dann, wenn gar nichts sichtbar ist, für mich da sind.

An Pia zum Beispiel, die mir soeben die Linsensuppe auf dem Beitragsbild gebracht hat.

 

 

 

 

 

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