Zwei Unfälle und ein Zufall

Kaum hatte ich den vorletzten Beitrag („Verbrannte Flügel“), in dem ich zu Beginn festgehalten hatte, dass mehr Leute, als mir lieb ist, in meinem Blog lesen, veröffentlicht, musste ich gleich noch zweimal feststellen, dass dem tatsächlich so ist:

Wie gesagt, eigentlich kann es mir ja recht sein, ich wollte und will ja mit gewissen Themen in der Öffentlichkeit bleiben; andererseits gibt es aber auch Neu-Lesende, die nur ein paar Beiträge aus den vergangenen Wochen oder Monaten gelesen haben und weder über den roten Faden noch über den ganzen Zusammenhang verfügen. Wenn es dann noch Leute sind, die mich gar nicht kennen oder erst einmal gesehen haben, können falsche Eindrücke entstehen.

Dies kann mir eigentlich egal sein, denn wer meint, mich aufgrund von Texten, die ich zur Verarbeitung einer unerhörten und unglaublichen Geschichte (Aussage sämtlicher medizinischer und juristischer Fachpersonen, die meinen Fall gesichtet haben, sowie einhellige Meinung in meinem nicht gerade kleinen Freundes- und Bekanntenkreis) schreibe, zu kennen, liegt schlicht falsch und sollte selber merken, dass ein paar Texte nur ein Körnchen von allen Facetten eines Menschen ausmachen.

Trotzdem möchte ich mir weder beruflich noch privat „etwas verspielen“ und bin darum wieder einmal am Überlegen, wie ich mit dem Bloggen am besten fortfahre. An dem Punkt war ich ja schon, als Versicherungen in meinem Blog schnüffelten und ihre wertvolle Arbeitszeit (!) dafür aufwendeten. Damals fing ich an, die Geschichte in eine Romanform mit der Hauptfigur Selda, einer Frau, die ich wirklich kenne und mit der mich so viel verbindet, dass ich unsere Geschichten zusammenführen wollte, zu bringen. Doch dann merkte ich, dass dies nicht der richtige Weg für mich war.

Jetzt stehe ich an einem ähnlichen Punkt, werde jedoch nicht mehr literarische, sondern technische Mittel einsetzen, um die notwendige Distanz zu erreichen: Darum suchen wir nach anderen Lösungen; spätestens bis Ende Jahr wird sich da das eine und andere verändert haben. Trotzdem sei hier den Schnüfflern, die zwar ständig in meinem Blog lesen, aber (viel) zu feige sind, mich persönlich darauf anzusprechen, noch einmal gesagt: Ich könnte, wenn ich denn wollte, ziemlich viele Informationen über euch herausfinden; die eingebaute Blog-Statistik ist ziemlich ausgeklügelt.

Es ist ja auch nicht so, dass ich in meinem Blog „jeden und jede“ drannehme, überhaupt nicht. Über keinen meiner ehemaligen Arbeitgeber werde ich je auch nur EIN negatives Wort verlieren – hab auch keinen Grund dazu -, ausser über die Wirtschaftsschule KV Winterthur. Über keinen anderen Arbeitgeber und über keine Privatpersonen aus meinem Umfeld – weil niemand mir etwas zuleide getan hat – ausser die Wirtschaftsschule KV Winterthur.

Das musste jetzt auch einmal klar gesagt sein: So spitz meine Feder werden kann, ich setze sie gezielt ein: nämlich gegen die (einzige!) Schule, die mir unermessliches Unrecht getan hat. Nicht mehr, nicht weniger.

Die Klage ging am vergangenen Dienstag per „eingeschrieben“ auf die Post ans Friedensrichteramt in Winterthur (wie es der korrekte Ablauf VOR einer gerichtlichen Klage vorschreibt): Gewissermassen die letzte Chance; wenn die Schule jetzt nicht einlenkt, d. h. für ihre zahlreichen und groben Fehler und Versäumnisse geradesteht und zu einem Hauch an Gerechtigkeit beiträgt, steht sie bald vor Gericht. Das gäbe eine schöne Schlagzeile: Schule vor Gericht.

Nein, damit meine ich nicht etwa meinen trotz erstaunlich grosser Leserzahl bescheidenen Blog, sondern eine der drei grossen Schweizer Zeitungen:

Ich kenne nämlich ein paar Journalisten persönlich und habe, auch wenn ich seit der Operation am rechten Fussgelenk meine diesbezügliche Tätigkeit nicht mehr ausüben kann, weiterhin Kontakt zu ihnen. Und einer arbeitet eben bei jener Schweizer Zeitung, bei der eine öffentliche Bildungsinstitution wirklich, wirklich, wirklich nicht in die Schlagzeilen kommen sollte…

Da kann dann auch eine allfällige Gegendarstellung nicht mehr viel ausrichten, und überdies müsste betreffende Schulleitung erst mal all meine Diagnosen, all meine Therapien und all meine Unverträglichkeiten von Wirkstoffen haben, um auch nur annähernd zu einer Darstellung von irgendetwas in dieser Geschichte befähigt zu sein…

Na ja, wenn sie jetzt ihre Feigheit nicht hinter sich lassen kann, hab ich ja – mal ganz abgesehen von der gerichtlichen Klage, die folgen würde, und eventuell einer heissen Schlagzeile – bereits angedeutet, worüber ich in dem Fall auch noch berichten könnte und würde:

über S. B.s Sonderprivilegien, die ihresgleichen suchen (!), sämtliche Aussagen über sie von Kollegen und Kolleginnen, über nicht nur jahre-, sondern jahrzehntelange Mobbing-Geschichten in einer Fachschaft, mit der ich nichts zu tun hatte, Aussagen einer Mitarbeitenden sowie von aussenstehenden Fachpersonen über die KommunikationsUNfähigkeit mindestens eines Teils der Schulleitung, Aussagen und Handlungen (!) mehrerer Mitarbeitenden sowie von aussenstehenden Fachpersonen zum ((im krassen Gegensatz zu meinen Erkrankungen) selbstverschuldeten!) Burnout-Verhalten der Schulleitung im Jahr 2015, den Wortlaut meines Arbeitszeugnisses, den Wortlaut der GESAMTEN Klage, den Wortlaut sämtlicher Briefe, die ich, als ich so krank war, dass meine Hausärztin unverblümt und überdeutlich von der „grossen Operation“ sprach, von der Schulleitung erhielt und die alles andere (!) als zur Genesung beitrugen, Aussagen von Juristen und Juristinnen, Ärztinnen und Ärzten in ihrer GANZEN Deutlichkeit usw. usf.

Mal sehen…: Wenn die Schule endlich, endlich wenigstens ein paar ihrer Fehler zugibt und dafür geradesteht, gibt es vielleicht noch einen Ansatz von einem „Point of return“; andernfalls ist der „Point of NO return“ nicht nur erreicht, sondern weit überschritten. (Die Schule werde ich nämlich weiterhin mit vollem Namen nennen und die Erwähnungen ganz bestimmt nicht löschen – ich werde „nur“ meinen Namen vom Blog bzw. von der auf „Google“ entstandenen Verbindung trennen; wir sehen da mehrere Möglichkeiten…)

Bis spätestens Ende Jahr werden wir nicht nur eine diesbezügliche Lösung gefunden haben, sondern wird auch meine eigene Website fertig sein, sodass ich meine Schreibkünste auch anderen zur Verfügung stellen kann. Zudem bin ich daran, mit einem Bekannten und evt. weiteren Betroffenen eine FB-Seite (und später auch eine Website) zu gründen, wo wir auf die ganze eiskalt kalkulierende und menschenverachtende (schon wieder eine Wertung…; tut mir wahnsinnig leid (!), vor allem für diejenigen, die persönlich nicht betroffen sind und darum die „andere Seite“ ja SOOO gut kennen… (HA, HA)) Gutachterei-Industrie aufmerksam machen und Geschichten von Betroffenen veröffentlichen wollen.

Auch den Video-Kanal führe ich weiter; weiss nur noch nicht, ob ich ihn auf „gecoverte“ Popsongs beschränke oder auch mit den Sprechbeiträgen weitermache. Die FB-Schnüffelei durch die Schulleitung der Wirtschaftsschule KV Winterthur werde ich so oder so noch einmal aufgreifen, da ich noch nicht sämtliche 40 Seiten, die von den krankhaft Besessenen und besessen Krankhaften in mein Personaldossier abgelegt wurden, gezeigt und kommentiert habe.

Dass genau diese Schule ihre FB-Seite schützt, weil sie Angst vor unliebsamen Wahrheiten auf eben dieser hat, zeigt ihre DOPPELTE Feigheit: eine Mitarbeitende, die um ihr Leben gekämpft und eben dieses für eben diese Schule aufs Spiel gesetzt hatte, ausspionieren; später aber, als die Mitarbeitende sich zu wehren beginnt, die eigene Seite quasi blockieren.

Mein Gott, seid ihr bedauernswert in eurer Angst vor unliebsamen Wahrheiten; so bedauernswert, wie ihr in eurem Ausspionieren wart. In der Klage steht übrigens, dass ihr die Antworten auf die Fragen nach der Rechtsgrundlage eures Tuns sowie nach dem Zugang zu meinem Account, obschon wir keine FB-Freunde waren, bis heute schuldig geblieben seid. Auch dies ist so unendlich feige, so unendlich billig, so unendlich daneben:

“Und das sind Pädagogen!“ ist, wie schon einmal erwähnt, der meistgeäusserte Satz in Bezug auf euer hinterhältiges und armseliges Tun. Ja, das sind Pädagogen. Das sind diejenigen hierzulande, die den Kindern und Jugendlichen ein Vorbild sein sollten… Mit ALLEM, was ihr euch seit Frühjahr 2015 in dieser Geschichte geleistet habt, seid ihr das GEGENTEIL von Vorbildern, das pure und absolute Gegenteil.

An meiner neuen Stelle gefällt es mir sehr gut, und wer mit mir auf FB befreundet ist, hat von den schönen, lustigen, bereichernden Begegnungen mit Schülern und Schülerinnen das eine und andere mitbekommen. Sie hier ebenfalls einzubauen, würde zu weit führen; momentan bin ich einfach glücklich, dass die Schule, die mich in dem, was sie ab Frühjahr 2015 getan hat, unendlich verletzt hat, es entgegen anfänglicher „Erfolge“ DOCH nicht geschafft hat, mir die Freude am Unterrichten endgültig zu nehmen und mich für immer zu verunsichern.

Ich stand im Schulzimmer, als mehrere innere Organe so stark entzündet waren, dass sie nicht nur ihren Dienst teilweise versagten, sondern auch brannten, schmerzten und bluteten. Ich nahm an den Notenkonventen teil, als meine Hausärztin mich schon lange hatte zu 100% krankschreiben wollen, als das Blut herauslief, als ich nur immer auf das Notenblatt starrte und immer fester auf den Leuchtstift drückte, in einem verzweifelten Versuch, die Schmerzen zu kanalisieren und die Blutungen zu stoppen, als ich kurz danach in der Einzeltoilette – wie ungezählte Male zuvor… – zusammenbrach, darauf das Blut, so gut es ging, abwischte und in der Mensa auf der gegenüberliegenden Strassenseite einen Tee trinken ging, während die anderen zu Mittag assen.

Anschliessend fuhr ich mit dem Zug nach Hause und erhielt kurz darauf eine Schelte, weil ich am Nachmittag nicht am Gesamtkonvent, von dem ich mich sogar noch rechtzeitig abgemeldet hatte, teilgenommen hatte. Auch ich hätte die Arbeit der Kinderbetreuung vorzuziehen, hiess es.

Kinderbetreuung: Ha, ha, ha. (Als ob diese je das Problem gewesen wäre…) Dass andere wegen jeder Kleinigkeit fehlen und/oder sich drei oder vier Monate vor Geburtstermin in den Mutterschaftsurlaub verabschieden, ist an derselben Schule aber völlig in Ordnung. Da sagt niemand etwas, fragt niemand nach. Oder ordnet ihr da auch vertrauensärztliche Untersuchungen an…?! Spioniert ihr sie auch auf Facebook aus…?! Ja oder nein…?!

Übrigens: Denjenigen Frauen, die tatsächlich komplizierte und schwierige Schwangerschaften hatten/haben, bringe ich alles Verständnis der Welt und eine grosse Achtung entgegen; das steht ausser jeder Diskussion. Aber es gibt eben nicht wenige, die wegen ein bisschen Ziehen in der Bauchgegend von vorzeitigen Wehen sprechen und auf diese Weise locker zu einem doppelt so langen Mutterschaftsurlaub kommen. Denn welcher Gynäkologe oder welche Gynäkologin möchte sich schon die Finger verbrennen…?! Aber klar: DA sowie in etlichen weiteren Bagatell-Fällen unternimmt dieselbe Schulleitung nichts, gar nichts. Da wird das Wort „Vertrauensarzt“ nicht einmal gedacht, geschweige denn je ausgesprochen.

“Die Beklagte hat die Schwere der Erkrankungen nicht erkannt, sondern im Gegenteil…“, steht auch in der Klage. – JA, so war es, genau so. Ausser Krebs kennt ihr keine schweren Erkrankungen, oder…!? Ausser Krebs gilt nichts, zählt nichts, oder…!? Ausser Krebs ist alles halb so wild, wenn überhaupt, stimmts…!?

Auch hier wieder: Krebspatienten und -patientinnen bringe ich eine grosse Achtung und alles Verständnis der Welt entgegen; auch das steht ausser jeder Diskussion. Aber es gibt zahlreiche weitere schwere Erkrankungen, die das Leben auf sämtlichen Ebenen nicht minder auf den Kopf stellen, und es ist unendlich DUMM und für Betroffene unendlich verletzend, wenn diese nicht genauso anerkannt werden und Betroffene nicht genauso ernst genommen und geschont werden.

Zurück vom Exkurs: Am folgenden Morgen stand ich wieder im Schulzimmer, obschon ich kaum noch wusste, welche Fächer ich unterrichtete, und mich nicht mehr erinnern konnte, was ich aus den Schränken hätte nehmen sollen…

Die Schulleitung wusste seit Februar 2014, dass ich an chronischen Erkrankungen „leide“; ich hatte sie mehrfach und verständlich darüber informiert. (Richtig ausgebrochen waren die Krankheiten durch die zweite Schwangerschaft 2009, die erste Diagnose erhielt ich 2012.)

Dass eine Diagnose sich später als falsch herausstellte, um einer noch schlimmeren Platz zu machen, ist weder mein Fehler noch der Fehler von Ärzten und Ärztinnen noch in irgendeiner Weise aussergewöhnlich oder komisch. Sondern im Falle von Autoimmunerkrankungen, die überdies oft im Doppel- oder gar Multipack (wie bei mir) auftreten, ein häufig gesehener Umstand.

Trotzdem hielt ich die Schulleitung über das Wichtigste – nicht mehr, nicht weniger – auf dem Laufenden und hörte erst 2015, als sie sich selbst in ein Burnout manövriert hatte, was etlichen Mitarbeitenden sowie aussenstehenden Personen aufgefallen war, und ABSOLUT NULL Raum, Zeit und Verständnis für Mitarbeitende in ECHT schwierigen Situationen vorhanden waren, damit auf.

Im Dezember 2015 informierte ich über den erneuten Ausbruch einer meiner Erkrankungen, deren Therapie und wiederum deren Nebenwirkungen, die mir extrem zusetzten. (Das diesbezügliche E-Mail liegt der Klage bei.) Die Schulleitung ignorierte alles und behandelte mich nicht nur so, als ob nichts wäre, sondern setzte mich mit einem ganzen Katalog von Druckmitteln massiv unter Druck. So wurde alles noch viel schlimmer, und ich hätte damals, an jenem für mich absolut furchtbaren Donnerstag Ende Januar 2016, keinen Ausweg mehr gesehen, wäre da nicht meine Hausärztin, die mich schon zwei Monate zuvor hatte zu 100% krankschreiben wollen, gewesen: Sie nahm sich Zeit, redete mir gut zu und holte mich in einen aushaltbaren Zustand zurück.

Dass ich in den siebeneinhalb Jahren in nahezu jeder grossen Pause ins Lehrerzimmer ging, um mich mit den anderen zu unterhalten, und dies im Januar 2016 nicht mehr tat, weil ich nicht mehr konnte, ist wohl niemandem aufgefallen… Ha, ha – äusserst merkwürdig. Logisch war es aufgefallen, aber logisch versuchte die Schulleitung im Nachhinein, die Chronologie und die Kausalitäten umzudrehen und die Situation so darzustellen, als ob ich mich aufgrund der Druckmacherei hätte krankschreiben lassen.

Oh, Gott…! Wie oft war ich arbeiten gegangen, als ich krankgeschrieben war, wie viele Mittagspausen hatte ich für Arzttermine geopfert, wie oft war ich arbeiten gegangen, als ich in den Jahren vor der Operation der Nasenscheidewand im November 2014 kaum noch atmen konnte…

Und dass ich 2015 nicht am Weihnachtsessen teilnahm, war auch keine Laune meinerseits, sondern ein gesundheitlicher Ausnahmezustand, sodass ich mich an jenem Freitagabend kaum noch bewegen konnte und am darauffolgenden Samstag morgens um 7 Uhr bei einem Arzt in Zürich auf einem Bett lag und auf die ersten Resultate einer grossangelegten Blutuntersuchung wartete.

Und dreimal dürft ihr raten, warum dieser Arzt an einem Samstagmorgen um 7 Uhr für mich im Einsatz war…! (Genau: weil er nichts Besseres zu tun hatte, weil er sich frühmorgens am Wochenende gerne mit wehleidigen Simulantinnen abgibt, weil er sonst zu wenig Geld verdienen würde, weil … (Vielleicht fallen euch ja noch ein paar plausible Gründe ein, ihr verdammten Arschlöcher.))

A propos Arschloch: Als ich meinen Blog begann, hätte ich dieses Wort noch nicht verwenden können für euch, hätte es nicht über die Lippen bzw. nicht über die Tastatur gebracht – echt nicht. Das hat Zeit gebraucht. Irgendwann war ich so weit, dass ich Selena Gomez (Sie hat „SLE“ und sieht verdammt gut aus. (Was euch (bezüglich chronischer Erkrankungen) Oberbeschränkten nicht in den Kopf geht…)) zitierte, und traute mich zu schreiben, dass ihr für mich so ungefähr das seid, was für sie diejenigen ihrer Fans waren, die meinten, sie müsse wegen Drogen in die Reha, und die dies breitschlugen, ohne auch nur einen Schimmer einer Ahnung zu haben, was tatsächlich mit ihr los war… (Hat verdammt viel Ähnlichkeit mit eurem Verhalten, nicht?!)

Und irgendwann war ich dann so weit, den Ausdruck selber zu verwenden und für die – zum Glück wenigen – Leute zu verwenden, die mir grosses Unrecht getan haben. Und nochmals irgendwann machte es mir überhaupt nichts mehr aus, euch bei dem zu nennen, was ihr seid, und spätestens seit der Lesung von Irvine Welsh am Literatur-Openair diesen Sommer habe ich geradezu Spass daran, euch bei dem zu nennen, was ihr seid: Arschlöcher, so richtig verdammte Arschlöcher.

Dass ich wieder arbeiten kann, erfüllt mich nicht nur mit Glück, sondern auch mit Stolz. Was ich dafür alles getan und investiert habe, könnt ihr – und damit meine ich nur die Arschlöcher, niemanden sonst – euch nicht im Entferntesten vorstellen: Das ging so weit, dass ich mich regelmässig mit einer Ärztin (die ich durch eine mich behandelnde Ärztin kennen lernen durfte), die gleichzeitig Patientin ist und einen Teil meiner Diagnosen am eigenen Leib kennt, austauschte.

Auch sie musste sich zuerst verschiedene Strategien aneignen, um auch während bzw. trotz Krankheitsschüben weiterarbeiten zu können; so, wie ich das auch musste bzw. wollte. Von daher stehe ich jetzt an einem ganz anderen Punkt als vor zwei, drei Jahren, und weil ich weiss, wie viel das gebraucht hat, bin ich eben auch ein wenig stolz darauf.

Es ist ja nicht so, dass ich zur Zeit nichts hätte; dem ist eigentlich nie so. Es ist (fast) immer irgendetwas, wie ich ja sogar einmal einen Beitrag betitelt habe. Es ist (fast) immer irgendetwas: Genau so ist es. (Auch so etwas schwer Verständliches für Unbetroffene, die eine fünftägige Angina zur öffentlichen Angelegenheit machen, (während ich froh bin, wenn ich mal fünf Tage KEINE Halsschmerzen habe…!))

Zur Zeit habe ich eine Entzündung der Harnröhre (tönt nicht so prickelnd, ich weiss schon…; ist es auch nicht, vor allem nicht, wenn die Entzündung (wie bei mir) autoimmun bedingt ist.) Auch im Mund habe ich, wie so oft, eine (leichte) Entzündung; dieses Mal ist die Schleimhaut der rechten Wange betroffen. Dazu kommt die Tatsache, dass nach einem Tag in „normalen“ Turnschuhen verschiedene Stellen am rechten Fuss, der sieben Monate nach der OP noch immer nicht so ist, wie er eigentlich wäre, vor allem an den Zehen, aufgerissen waren, was nicht nur nicht schön aussieht, sondern auch weh tut und mich beim Gehen behindert. Zum Glück habe ich ein Jahresrezept für Verbandsmaterial; leider brauche ich es immer noch bzw. wieder…

An die Kopfschmerzen, die ich seit den Kortisonbehandlungen öfters habe und zuvor NIE hatte, habe ich mich gewöhnt; sie beeinträchtigen meinen „Alltag“ kaum. (Ich könnte sie ja mal auf FB posten… – uaah.) Und kaum waren die Wunden auf der rechten Hand, die ohne jeglichen äusseren Einfluss entstanden waren, verheilt, hatte ich gleich die nächste: wieder auf der rechten Hand, am kleinen Finger. Klar, ich habe Salben und Pflaster für solche Fälle, aber da die Wunden autoimmun bedingt sind, helfen äusserliche Methoden nur beschränkt. Last but not least, habe ich (ebenfalls durch autoimmune Prozesse entstehende) rheumatische Schmerzen im Schulter- und Nackenbereich. Aber das geht alles und stellt kein grosses Problem dar; ich habe längst gelernt, mit der Tatsache, dass fast immer etwas ist, zu leben: gut zu leben sogar.

Dieser Tage bin ich sowieso zusätzlich auf Trab, weil – lassen wir den Zufall Zufall sein… – Pia und Felipe beide bei einem Unfall den Arm gebrochen haben: Pia vor ungefähr drei Wochen bei einem Velounfall den linken, Felí am Freitag, also vorgestern, beim Versuch, für einen Nachbarn eine Lampe zu montieren, wobei er einen Tritt auf der Leiter übersah, den rechten. Pia war, Felí ist im Spital, beide mussten operiert werden und beide versuche ich, ein bisschen aufzumuntern.

Pia habe ich anerboten, jederzeit für sie einkaufen zu gehen, eine Packung meiner Lieblingsguetsli (Sorry, „Kekse“ oder „Plätzchen“ passt einfach nicht… 😀) geschenkt und werde ihr nächste Woche sicher noch Blumen schenken sowie aus Äpfeln aus ihrem Garten, die Naila und ihre Freundin Lorena gepflückt haben, einen englischen Nachtisch („Crumble“) zubereiten und ihr davon bringen.

Felí habe ich gestern den ganzen Nachmittag im Spital besucht. Am Abend ging ich im Restaurant „Vulkan“ in Zürich mit einem (anderen) Freund indisch essen. Das Essen war ausgezeichnet und wir unterhielten uns angeregt, aber ich hatte Felí gegenüber ein schlechtes Gewissen. (Was sowohl aus objektiver als auch aus seiner Sicht völlig unangebracht ist, aber das nützt mir nicht viel; es ist, wie es ist…) Jedenfalls werde ich nachher wieder zu ihm fahren und auch am Abend bei ihm bleiben. Überdies freue ich mich sehr, seinen Bruder und dessen Frau, die ebenfalls kommen werden, zu sehen.

Und zum Glück hatte ich am Freitag, obschon ich sehr müde war, vier meiner fünf Montagslektionen gut vorbereitet und hatte am Abend, als Lorena bei uns übernachtete und das als Beitragsbild verwendete Bild für mich malte, weil sie mich, seit sie mich singen gehört hat, bewundert (😊), und ich von Felipes Unfall erfuhr, das meiste unter Dach und Fach.

Und nochmals zum Glück fährt mein Mann nachher mit den Kindern an die grosse Dino-Show „Walking with Dinosaurs“ im Hallenstadion. Wir haben sie schon einmal gesehen, da war ich auch dabei. Aber zweimal muss ich sie nicht sehen, hab auch so 270 Franken ausgegeben. 😉 Und bin jetzt, wie erwähnt, gleich doppelt froh, dass die Kinder versorgt und zufrieden sind und ich entspannt zu Felí fahren kann.

Ich hoffe, dass er morgen nach Hause kann und dass aus ein paar gemeinsamen Oktobertagen in Barcelona, die wir erst vergangene Woche spontan und ein bisschen verrückt ins Auge fassten, doch noch etwas wird… Den Humor haben wir jedenfalls nicht verloren; er meinte nämlich gestern zu mir, ich dürfe einfach keinesfalls wieder barfuss gehen und in eine Scherbe treten, da er mich jetzt ja nicht tragen könne…

Seit diesem Erlebnis singe ich den Song „Snows of New York“, der gesangstechnisch um einiges anspruchsvoller ist, als er daherkommt, mit so viel Gefühl, dass Sandra schon nach dem ersten Mal meinte: „Wow. Du weisch, was mit dem Song wotsch säge.“

Ja – das weiss ich.

2 thoughts on “Zwei Unfälle und ein Zufall

  • liebi sabine, du hesch scho e wahnsinns ussagechraft i däm wo du schribsch! du breichsch es ufe punkt!
    i cha dir i vilem so guet nachefüehle! u die wo kei ahnig vo dire gschicht hei u nid chöi erahne was du alls muesch erlide u du di immer wieder ufrapplisch u witerkämpfsch, sötte lieber ganz schtill si, schtatt irgendwelchi schtandartisierti schprüch use z lah! mach witer so!😘

    • Danke, Jeannette!

      Ja, das sehe ich auch so. Aber manchmal stresst es halt doch, wenn Leute einen nach ein paar Texten beurteilen wollen… Klar, bin ich im Schreiben manchmal „hart“, aber im „echten“ Leben bin ich das eben (gar) nicht. Und wer das nicht weiss, sollte, wie du schreibst, besser schweigen oder – noch besser – mich kennen lernen. 🙂

      So, bin auf dem Weg zurück vom Spitalbesuch. – Gute Nacht!

      Lieber Gruss von

      Sabine

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